13 September 2006

BBQ unter Hyänen...

Bevor wir in den Krüger-Park gefahren sind, sind wir erst noch zu einer Cheetah-Farm. Hier werden jede Menge Geparden gehegt und gepflegt und gezüchtet, um sie anschließend möglichst auszuwildern. Auch andere Tiere werden nach Pflege wieder ausgesetzt. Meistens geht das auch gut. Hier haben wie auch Wild-Hunde, verschiedene (seltene) Wildkatzen und viele Vögel gesehen.

Im Krüger-Park angekommen, sind wir erstmal zu unserer neuen Unterkunft gefahren: Zelte in einem kleinen umzäunten Camp. Wir haben aber erstmal nur unsere Sachen abgeladen und sind in einen offenen Jeep umgestiegen. Dann raus aus dem Camp und rein in das Gelände.

Wir haben dann eine Menge Antilopen-Arten gesehen. Meist Impalas, aber auch seltene, wie den Steenbok und den Sable (ich weiß den deutschen Namen jetzt gerade gar nicht...). Wir haben Warzenschweine, Wasserbüffel, Giraffen, den ersten Elefanten und viele viele andere Tiere gesehen. Wir waren aber sehr sehr froh, dass wir Lloyd (er war auch mal Ranger) dabei hatten, denn wir hätten nur einen Bruchteil der Tiere überhaupt gesehen. So ist er einmal in die Eisen gestiegen und rief uns "lion" zu. Keiner von uns hat ihn zunächst sehen können, aber dann sahen wir ihn. Gar nicht weit entfernt lag er im Gras. Ein junger männlicher Löwe. Nach einigen Stunden Fahrt sind wir wieder ins Camp, haben uns warme Klamotten angezogen und sind mit Rodney (einem Ranger aus dem Krüger-Park) auf zum Sunset-Drive.

In der untergehenden Sonne sah der Park wunderschön aus. Allerdings dauert hier der Sonnenuntergang gerade mal eine Viertelstunde und dann ist es eiskalt. Aber es waren genug Decken in dem Jeep. Außerdem hielt einen die Spannung warm.

In der Dunkelheit der Nacht sind wir dann noch drei Stunden durch die Gegend gefahren und hatten das Glück auch seltene Tiere in dem Scheinwerfer-Licht zu sehen. Die Scheinwerfer sind außen am Jeep montiert und zwei waren von Hand zu bewegen. Wir haben so die seltene afrikanische Wildkatze, ein Stachelschwein, eine Hyäne, eine andere Wildkatze und einen Schakal gesehen.

Im Camp angekommen hatte Lloyd dann schon fantastisch für uns gekocht. Um ein Feuer rum haben wir dann ordentlich gegessen und haben noch eine Weile geredet. Wir sind dann aber früh ins Bett.

Am nächsten Morgen hieß es um 5 Uhr aufstehen. Es gab dann auch nur eine Tasse Tee und wir sind schon wieder in den Jeep gesprungen. In den frühen Morgenstunden haben wir wieder jede Menge Tiere gesehen und das absolute Highlight war ein Leopard, der unseren Weg kreuzte. Lloyd hatte ihn von weitem schon direkt erkannt (für mich hätte es aus der Ferne auch ein Impala sein können ;-) ) und so hat er das Auto vorsichtig in seine Nähe gefahren. Was ein imposantes Tier!!!

Was wir an diesem Tag noch alles gesehen haben, lässt sich nur bruchstückhaft erzählen: Eine Elefanten-Herde mit Babys, Nilpferde, jede Menge Adler-Arten, Geier-Arten, bunte Vögel jeder Art, zwei Krokodile, einen großen männlichen Geparden, der gerade ein Impala gejagt hatte und dabei war, das zu verspeisen. Vier Löwinnen, die jeweils separat in einiger Entfernung im Gebüsch lagen und sich nacheinander in die gleiche Richtung aufmachten, um auf Jagd zu gehen, Zebras, Gnus, Wasserbüffel... und und und...

Wir haben dann in einem "Camp" gebruncht. Lloyd hat wieder die Pfannen angeschmissen und es war richtig lecker. Während wir dann aßen, ging in der Nähe ein Elefant vorbei, ein Zebra graste friedlich in der Nähe und zwei kleine Eulen saßen im Baum über uns. Das Camp war hier nur von ein paar Holz-Pfosten umgeben und so war das Natur-Feeling unmittelbar und irgendwie auch unwirklich...

Auf der Weiterfahrt sind wir auch an einigen Wasserlöchern vorbei und hatten dann das große Glück eine Löwen-Familie zu sehen: Der große stattliche Papa, einen Jung-Löwen, zwei kleine (vielleicht 2 Monate alte) Löwen und die Mama. Aus der Ferne konnte man sehen, wie die beiden kleinen spielten und die alten Löwen total entspannt die Umgebung im Auge behielten.

Wir hatten auch das seltene Glück einen der ganz wenigen schwarzen Rhinos (Spitzmaulnashorn) zu sehen. Dieser war allerdings recht weit weg und für uns erst durch Ferngläser zu erkennen. Lloyd hatte ihn irgendwie mit seinen Adleraugen entdeckt. Wir haben ihn erst nach einigen Minuten mit Ferngläsern überhaupt ausmachen können. Wir waren aber auch ganz froh, dass das Nashorn schön in der Ferne geblieben ist, da es zu den aggressivsten Tieren gehört...

So gehören wir zu den seltenen Menschen, die wirklich alle der "big 5" (Löwe, Elefant, Nilpferd, Nashorn und Wasserbüffel) und obendrein andere seltene Tiere gesehen haben. Manche Leute fahren tagelang durch den Park und sehen nur ein paar Antilopen.

Abends hat Lloyd dann ein paar Steaks auf den Grill geschmissen. Dazu gab es leckeres Gemüse, Kartoffeln und vieles mehr...

Während wir dann so um das Feuer saßen, ging genau 1 Meter hinter mir eine Hyäne am Zaun entlang... Die sind nämlich gar nicht so wirklich scheu, sondern einfach verdammt gierig. Und wieder kam so ein unwirkliches Gefühl auf: Saß man hier wirklich mitten in der Wildnis, umgeben von wilden Tieren und aß gemütlich ein Steak???

Lloyd hat dann noch ein paar "lustige" Geschichten von seiner langen Zeit in der Wildnis erzählt und irgendwie hat einen der kleine Zaun nicht mehr so wirklich beruhigt... ;-)

Nachts hörte man dann Schakale jaulen, irgendein anderes Viech krauchte am Zaun entlang, irgendwo wurde ein Impala zerlegt und das Quietschen ging durch Mark und Bein. Man hörte auch ein seltsames Grummeln, das ich nicht zuordnen konnte. Lloyd meinte dann am nächsten Morgen um halb 5 am Feuer: "Ja, die Löwen kommen näher..."...

Nur gut, dass ich mich ausgerechnet für diesen Morgen auch zum Bush-Walk angemeldet hatte... *schluck*.

Bush-Walk hieß: Vier mutige Touristen und zwei bewaffnete Ranger gehen einfach mal auf den Fährten von Rhinos, Löwe und Co. durch den Busch wandern. Wir haben Sicherheits-Anweisungen bekommen, wie wir uns zu verhalten haben, falls wir auf eine der Raubkatzen stoßen und sind dann im Gänsemarsch durch den Busch.

Ein unglaubliches Erlebnis!!!! Rodney und Steve waren unsere Ranger und haben uns viel vom Busch und seinen Fußspuren erklärt. Wie kann man erkennen, wann und wo, welche Tiere waren? Wie kann man erkennen, ob hier ein Löwe oder ein anderes Raubtier gegessen hat? Mit welchen Pflanzen kann man sich gegen Moskitos einreiben, welches Holz kann man nicht zum Brennen benutzen, weil man sonst in Ohnmacht fällt? Wir haben noch viel über Vögel, Spinnen und andere kleine Tiere gelernt. Wer wie singt etc. etc....
Gesehen an dem Morgen haben wir einige Antilopen-Arten und den banded Mungo. Sehr lustige Tiere.

Gepicknickt haben wir dann an einem Wasserloch, an dem jede Menge Spuren von Nashörnern, Elefanten und Raubkatzen waren... ein irres Gefühl, wenn jeden Moment hinter einem ein solches Tier plötzlich auftauchen könnte...

Insgesamt war der Krüger-Park ein fantastisches Erlebnis!!!!!!!!! Ein paar Bilder lade ich mal hier hoch, andere muss ich erst minimieren, aber das ist nur ein Ausschnitt aus insgesamt mehr als 600 Bildern, die ich hier in Südafrika schon gemacht habe...