02 Oktober 2006

Schlammschlacht am Sani-Pass...

Nachdem wir einige schöne Tage in Mozambique verbracht haben, sind wir die Küste runter nach Durban gefahren. Dort haben wir eine Nacht verbracht und beschlossen, dass es das nicht wert war. Das ist ungefähr so, als wollte man einem, der gerade von einer Südseeinsel kommt, zeigen, dass der Timmendorfer Strand auch schön ist. ;-)
Außerdem weist Durban nach Jo'burg und Kapstadt die höchste Kriminalitätsrate auf, was uns ebenfalls nicht gerade überzeugt hat, noch dort zu bleiben...

Wir sind dann nach Lesotho aufgebrochen. Einige Stunden später erreichten wir die unteren Ausläufer der Drakensberge und es war Ende mit einer richtigen Straße. Ab hier gab es nur noch dirty roads, die nur noch mit Allradautos zu befahren waren. Und es hat auch noch angefangen zu regnen. Unser Auto wurde also schlammiger und schlammiger. Pfützen bis zu einem halben Meter tief, die eher Seen glichen, musste unser Bakkie durchpflügen und ließen unseren Trailer fast absaufen. Aber tapfer haben wir uns weitergekämpft. Jetzt wurden die Berge immer steiler und steiler und die Straßen wiesen immer stärkere Furchen auf. Und es wurde immer matschiger. Der Allrad-Bakkie schlitterte und driftete nur noch hin und her, weil der angehängte Trailer viel zu schwer war. Irgendwo mitten in den einsamen Bergen nach eingen Stunden Fahrt sind wird dann endgültig hängen geblieben. Wir mussten den Trailer abhängen. Dabei wurden alle unsere Hände gebraucht und wir rutschten auf dem seifigen Matsch ständig aus. Nach kleineren Verletzungen und nachdem der Trailer verbeult war, sahen wir aus wie Schlammmonster. Aber der Trailer war richtig postiert. Der Bakkie wurde gewendet, der Trailer angehängt und wir sind erstmal zurück in das erste Dorf, das ein kleines Hotel aufwies. Dort haben wir den Trailer dann abgestellt, unsere Rucksäcke und nötigsten Vorräte in den Bakkie geworfen und ohne den Trailer sind wir dann erneut in die Berge gefahren. Immer noch schlitterten wir hin und her, aber Monrey ist ein guter Fahrer und so hatten wir Vertrauen, dass wir es schaffen würden. Wir haben es dann auch erstmal rechtzeitig zur unteren (südafrikanischen) Grenze geschafft, bevor diese schließt. Wir haben die Ausreisestempel bekommen und hatten eine Stunde Zeit, die obere, ca. 8 km entfernte, Grenze von Lesotho zu erreichen.

Auf dem Weg dorthin wurden wir dann schon für unsere Mühen belohnt, wie man den Bildern unschwer entnehmen kann:


Wer es schafft, auf dem zweiten Bild einen kleinen hellen Punkt auszumachen: Das ist die untere Grenzstation...

Je höher wir kamen, desto matschiger wurde es. Obendrein fing es nun auch noch an zu schneien...



Aber wir kämpften uns tapfer auf ca. 3.000 Meter hoch und erreichten auch die obere Grenze rechtzeitig. Es war allerdings eiskalt und alles war eingefroren. Wir kamen uns ein wenig vor, als hätten wir einen Ausflug zum Himalaya gemacht und langsam dämmerte uns, warum das Unternehmen unseres Guides auch "Extreme Adventures" heißt... ;-). Dennoch war die Landschaft wundervoll.



Und egal, wo wir sind, abends gibt es Braai (BBQ). Monrey hat den Grill angeschmissen und bei Eiseskälte wurden noch die Würstchen gegrillt, die wir dann drinnen vor einem kleinen Ofen gemütlich gegessen haben. Vor diesen haben wir dann auch unsere Matrazen und Schlafsäcke geworfen und erstaunlich gut geschlafen...