03 Oktober 2006

Wenn kalte Duschen Luxus werden...

Als ich in Südafrika ankam und nur eine kleine Holzhütte zum Schlafen vorfand, die in Deutschland vielleicht gerade mal gut genug für einen Rasenmäher ist, und die gemauerten Duschen nur lauwarm waren, zu denen man auch noch durch den Garten laufen muss, fühlte ich mich ja schon nicht gerade verwöhnt. In der Zwischenzeit hat sich das verändert.

Während die erste kalte Dusche in dem traditionellen Village kurz vor dem Krüger-Park noch eine Ausnahme war, habe ich mich in der Zwischenzeit daran gewöhnt, dass es doch eher die Regel ist. In Mozambique konnte man die warmen Tropfen, die aus einem offenen Rohr aus der Wand fielen und die man nur durch geschicktes Tänzeln abfangen konnte, an einer Hand abzählen. Meistens war es kalt... - wenn es überhaupt Wasser gab. Manchmal gab es auch nur kaltes Wasser an den Außenduschen. Aber auch nur, wenn man hier Glück hatte...

In Lesotho gab es an dem Abend, als wir ankamen, tatsächlich Wasser, allerdings nur an den Handwaschbecken. Und dieses war im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt! Eine Stunde später gab es das dann auch schon nicht mehr. Dann waren sämtliche Leitungen komplett eingefroren.
Zähneputzen im Schnee - na gut, warum nicht?
Am nächsten Morgen hätte ich mich ja schon gefreut, wenigstens eine kalte Dusche nehmen zu können. Aber es gab nur noch geschmolzenes Schneewasser zum Frischmachen... mehr nicht.

Und nun wünscht man sich den "heimischen" Backpacker mit der kleinen Hütte und den lauwarmen Duschen zurück. Meine Ansprüche haben sich wahrlich geändert: Mir macht es kaum mehr was aus, kalt zu duschen (soll ja ohnehin gesund sein ;-) ), im Zelt zu schlafen, keine Privatsphäre zu haben etc etc. Der Gedanke an die eigene Wohnung mit dem schönen warmen Bad, mit dem kuscheligen Bett mit richtiger Bettdecke und richtiger Bettwäsche ist ein Traum und holt einen manchmal ein, aber doch erstaunlich selten.