15 November 2006

Durch die wilde Transkei... und "hey, you can dance, Sis"

Die Fahrt ging diesmal von Pretoria über Durban nach Coffee Bay an der Wild Coast. Mein Zelt (ja, ich campe ab jetzt fast ausschließlich) steht mal wieder direkt am Meer. Wunderbar.

Am ersten Tag dort mache ich eine Wandertour an der Küste lang zum "hole in the wall". Die Tour war recht anstrengend, aber nur einige Stunden lang.


Am Ziel angekommen wollten wir eigentlich alle einen Klippensprung machen. Da es an dem Tag kühl war, wollten schon einige nicht mal ins Wasser. Drei Jungs und ich sind aber mutig ins Wasser gegangen und zur anderen Seite der Bucht geschwommen. Die See war aber sehr aufgewühlt und es kamen ziemlich hohe Brecher durch das Felsenloch und so bin ich schon fast nicht an den Klippen hochgekommen. Immer, wenn ich gerade etwas Halt hatte und hochklettern wollte, hat mich eine große Welle wieder runtergespült. Dementsprechend war ich auch ein wenig verschrammt, aber kein Blut in Sicht, also weiter... ;-)
Nach dem vierten Anlauf hat es geklappt und ich bin hochgekommen. Wir sind dann in die Innenseite des "hole in the wall" geklettert, um von dort ungefähr 6 Meter ins Wasser zu springen. Allerdings habe ich dann doch gekniffen, da ich gesehen habe, wie weit unten die Klippen noch ins Meer ragen und welche Kraft die Brecher hatten. Unser Guide ist gesprungen und dann auch die Jungs. Einen haben aber gleich zwei Wellen hintereinander erwischt und er hatte einiges Wasser zu schlucken. Nachdem er wieder Luft hatte, sind wir zurückgeschwommen.

Abends sind wir zu einem Xhosa-Village eingeladen worden. Der "Hütten-Mann", der weise Mann des Dorfes, hat zu uns gesprochen und wir haben traditionelles Essen und Trinken bekommen (und wieder war ich doch sehr froh um eine Hepatitis A - Impfung... ;-) ). Dann haben erst die Mädchen des Dorfes getanzt, dann die Männer... und wir haben kräftig mitgemacht. Gott sei Dank hatte dies diesmal nichts mit dem Touri-Programm zu tun, das wir in dem Village vor einigen Wochen erlebt haben. Dies war ein echtes traditionelles Dorf, das uns zu sich eingeladen hat, um etwas von sich zu zeigen und gleichzeitig was von der anderen Welt zu erfahren. Fernsehen etc. gibt es nicht, Strom auch nicht. Es war ein sehr lustiger und interessanter Austausch. Das Dorf hat sich köstlich darüber amüsiert, dass Männer in Europa nichts für ihre Frauen bezahlen müssen, während dort eine Frau durchschnittlich 6-8 Kühe kostet. Wir haben uns dagegen gewundert, dass einige der Bewohner tatsächlich Handys haben, und so war unsere Frage, wie sie diese denn ohne Strom aufladen? Tatsächlich gibt es weiter unten im Dorf einen coloured man, der als einziger Strom hat. Dort werden die Handys dann auch geladen...

Abends haben wir noch etwas die Trommeln der Transkei genossen. Am nächsten Tag bin ich dann wieder los und habe mich aus ca 50 Metern Höhe abgeseilt. Das hat absolut Spaß gemacht!!!